Reisebericht von der Scandinavienreise 2009

Teil 1

 


1. - Mi 20.05.09

Km = 80.493
Abfahrt, gemeinsam mit Inge und Walter, um 11:00. Die Fahrt ging über Scharnitz, Garmisch nach München. Weiterfahrt über Regensburg direkt nach Thierstein zum dortigen 10-jährigen Stellplatz-Jubiläum.
Um 18:00 sind wir am Stellplatz (N 50° 6.351' E 12° 6.315') angekommen.
Von unseren und Reinhold Kaisers Freunden sind schon einige eingetroffen und so gab es ein herzliches Wiedersehen.
Tagesetappe = 397 km.


2. - Do.-21.05.09

Km = 080.890
Am Vormittag sind Richard, der Fuchs, und ich nach Mitterteich gefahren und haben dort einen Cache geloggt.
Am Nachmittag mit Linde den "Thierstein-Cache" errechnet und anschließend geloggt.
Für alle, die nicht wissen was ein Cache ist, nur soviel, dass dies ein Hobby ist, das auf der ganzen Welt betrieben wird mit der Erkenntnis: "I use a multi-billion dollar satellite system to find tupperware in the woods".
Am Abend fand dann die offizielle Begrüßung zum 10-jährigen Stellplatzjubiläum durch Reinhard Kaiser und dem Burgherren statt und anschließend wurde das Jubiläum natürlich entsprechend gefeiert. Es ist immer schön, wenn man nette Bekannte trifft und wenn man gleichgesinnte Wohnmobilisten kennen lernt. Der lustige Abend hat dann auch entsprechend lange gedauert.
Tagesetappe = 0 km.

3. - Fr.-22.05.09

Trotz des schlechten Wetters beteiligten sich fast alle an der von Reinhard geführten Wanderung durchs schöne Egertal.
Das gemeinsame bodenständige Mittagessen war ebenfalls optimal organisiert.
Für den Rest des Tages wurde das Festzelt bei Bier und Bratwurst strapaziert. Es wurde viel diskutiert und gelacht.
Tagesetappe = 0 km.

4. - Sa.-23.05.09

Heute stand die "Besteigung" des Ochsenkopfes im Fichtelgebirge am Programm und so fuhren wir von Thierstein gemeinsam mit einem Bus zur Nordseite des Ochsenkopfes. Mit dem Lift haben wir den Berg "erklommen" und nach einem kurzen Spaziergang und der Besteigung des Aussichtsturmes sind wir auf der
südlichen Seite mit dem Lift wieder hinunter "geklettert".

Nach dem Mittagessen in Fichtelsee besichtigten wir noch ein altes Silberbergwerk bevor wir wieder zu unseren WoMos zurück kehrten.
Den Abend verbrachten wir wegen des anhaltenden schlechten Wetters wieder im Festzelt bei Bier und Bratwurst. Auch das miese Wetter konnte die gute Stimmung nicht trüben.
Tagesetappe = 0 km.


5. - So. 24.05.09

Km = 80.890
Nach dem traditionellen Weißwurstessen auf einer improvisierten langen "Tafel" haben wir uns um 11:00 Uhr verabschiedet und verliessen Thierstein in Richtung Norden.
Großer Dank gebührt an dieser Stelle unserem Freund Herrn Reinhard Kaiser für die Gastfreundschaft und die ausgezeichnete Organisation der vergangenen Tage.
Wir kommen gerne wieder.

Die geplante Strecke bis Rostock wollten wir ungefähr halbieren und so fuhren wir bis Erkner, östlich von Berlin.
Am Campingplatz "Jägerbude" (N 52° 23.105 E 013° 46.885) sind wir um 17:30 angekommen. Bezahlung war mit Camping-Cheques möglich.
Das Restaurant am Campingplatz ist sehr zu empfehlen.
Tagesetappe = 397 km.

6. - Mo. 25.05.09
Km = 81.287
Nach V+E fuhren wir um 9:00 ab.
Ankunft am Rostock-Überseehafen um 13:30 ( N 54° 8.646' E 12° 6.012').
Da der Tag noch sehr jung war, sind wir mit meinem WoMo nach Warnemünde gefahren. Den dortigen Park- und Stellplatz beim Bahnhof ( N 54° 10.693' E 12° 5.495') kannte ich schon von unserer Ostseefahrt im Jahr 2004. Also haben wir WoMo abgestellt und sind durch den Ort geschlendert und auf einer Terasse über dem kleinen Hafen konnte wir unseren Durst löschen.
Übernachtet haben wir auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz am Fährhafen. Die vorgeschriebenen Parkgebühr hat uns die TT-Line, bei der wir gebucht hatten, rückerstattet.
Der normale Fährpreis von Rostock nach Trelleborg in Schweden beträgt 145,--€ (WoMo bis 6m+ 2 Personen), abzüglich Nachlass durch die "Campingcard-Scandinavia" (10 %) ergibt 130,50 €.
Tagesetappe = 269 km.


7. - Die. 26.05.09
Km = 81.556
Um 07:00 waren wir beim Check-In. Auf Grund der Vorsaison herrschte sehr geringer Andrang, ca. 20 PKW, drei WoMos und ca. 20 Trucks. .
Pünktlich um 8:00 legte die Fähre ab. Wir hatten dann eine sehr ruhige Überfahrt bei sonnigem Wetter.
Das Mittagessen nahmen wir an Bord (Tellergericht = 11,50 €) ein.
In Trelleborg sind wir pünktlich um 13:45 eingetroffen.
Nachdem wir die Fähre verlassen hatten fuhren wir zum Aussichtspunkt zur Öresundbrücke (N 55° 34'11" E 012°53'50"). Die Öresundbrücke verbindet Kopenhagen mit Malmö. Die Gesamtlänge des Brückenzuges beträgt 7845 Meter.
Von dem Ausichtspunkt hat man einen wunderbaren Blick zu dieser imposanten Öresundbrücke. Dieser kleine Abstecher ist es in jedem Fall wert, gemacht zu werden. Das Navi war jedoch ganz schön irritiert, da offensichtlich eine neue Wohnsiedlung noch nicht im Kartenmaterial vermerkt ist.
Die Fahrt ging weiter durch Malmö nach Röstånga auf den dortigen Röstånga-Campingplatz ( N 55° 59.814 E 013° 16.889 ). Bezahlung mit Camping-Cheques.
Schöner weitläufiger Campingplatz.
Tagesetappe =139 km (natürlich nur "Landkilometer").


8. -Mi. 27.05.09
Km = 81.695
Heute war große Wäsche angesagt und so verzögerte sich die Abfahrt bis 11:00 Uhr.
Aber dann rollten wir auf der E4 nach Jönköping.
Unser Ziel war der Campingplatz "Villa Björkhagen" ( N 57° 47.171 E 014° 13.069 ), direkt am Vätternsee gelegen. Auch hier konnten wir mit Camping-Cheques bezahlen.
Den Abend konnten wir wegen des schlechten Wetters nur im WoMo verbringen.
Tagesetappe = 251 km.

9. - Do. 28.05.09
Km = 81.946
Nach V+E um 9:00 abgefahren.
Heute wollten wir direkt auf der E4 nach Stockholm. Dennoch machten wir den kleinen Abstecher, am Ufer des Vätternsees entlang, nach Gränna. Wir besuchten den kleinen Betrieb in dem Zuckerstangen und allerlei Süßes produziert wird. Durch Zufall konnten wir auch die Rennautos (Formel-Ford und Formel-VW) des Chefs besichtigen, mit denen er noch immer zu den entlegendsten Rennen fährt.
Am westlichen Stadtrand von Stockholm entschieden wir uns für den CP-Bredäng (N 59 17.790 E 017 55.248). Dieser Campingplatz ist ein idealer Ausgangspunkt für eine Stadtbesichtigung von Stockholm. Denn von hier erreicht man in 10 min. die U-Bahn und ist damit in Kürze in der Stadtmitte.
Den ganzen Tag hat es mehrmals geregnet.
Tagesetappe = 313 km.


10. - Fr. 29.05.09

Km = 82.259
Bereits am frühen Vormittag starteten wir mit der U-Bahn T13 ins Zentrum von Stockholm zu einer kleinen Stadtbesichtigung .
Im Zuge einer Rundfahrt mit einem Ausflugsboot (HOP-ON HOP-OFF, Boat sightseeing) kamen wir zum Vasa-Museum.
Dieses Museum zählt heute zu den größten Touristen-Attraktionen der Welt. Hier kann man das Original des schwedischen Kanonenbootes "Vasa" besichtigen, das allerdings im Jahre 1628 bereits 20 min. nach dem Stapellauf im Stockholmer Hafen gesunken ist und 30 - 50 Seeleute mit in den Tod gerissen hat.
Erst im Jahre 1957 konnte mit der jahrelangen Bergung des Schiffes begonnen werden, sodass es jetzt im Museum bewundert werden kann.
Anschließend machten wir einen Rundgang durch die schöne Altstadt (königl.Schloss, Nationaltheater, Reichtagshaus, City-Hall, Opernhaus).
Stockholm ist es aber wert, für eine ausgiebige Stadtbesichtigung mehrere Tage zu opfern.
Tagesetappe = 0 km.




11. - Sa. 30.05.09
Km = 82.259
Bei Vikingline in Stockholm erfuhren wir, dass eine Überfahrt nach Turku mit unseren WoMos derzeit nicht möglich sei. Allerdings hatte ich schon im Zuge meiner Planung im Internet herausgefunden, dass die sogenannte "Brummifähre", die Fähre der "Finnlines", von Kappelskär nach Naantali, preisgünstiger ist.
Aus diesen Gründen müssen wir noch ca. 108 km bis Kappelskär fahren , zur "Finnlines" Fähre nach Naantali (Turku).
Um 09:45 starten wir und fahren durch Stockholm, auf der E18 bis Vallentuna und rechts auf die 276 nach Akersberga. Über Norrtälje kommen wir über die E16 nach Kappelskär, dem Fährhafen.
Es ist ausreichend Zeit für einen Spaziergang zum "Estonia-Kreuz", ein Ort zum Gedenken an den Untergang der Fähre "Estonia".
Übernachtet haben wir auf dem gebührenfreien Parkplatz im Fährhafen.
Tagesetappe = 123 km.


12. - So. 31.05.09
Km = 82.382
Überfahrt von Kappelskär nach Naantali in Finnland mit "Finnlines" um 100,- €, für WoMo bis 7m + 2 Personen. In diesem Preis sind noch 2 Mahlzeiten inkludiert.
Pünktliche Abfahrt um 09:15.
Auf eine kleine Episode möchte ich noch hinweisen. Auf dem Schiff konnten wir lesen, dass das Frühstücksbüffet bis 11:00 zur Verfügung steht. Als wir dann kurz nach 10:00 zum Büffet gehen wollten, war bereits abgeräumt. Wir haben übersehen, dass auf dem Schiff bereits die finnische Zeit gilt, also 1 Stunde früher. Als wir dann unsere Uhren vorgestellt hatten, waren wir sicher, dass uns der Fehler nicht mehr passieren wird.
Die Überfahrt bei Traumwetter war sehr schön und abwechslungsreich durch die Schären und an den Åland-Inseln vorbei.
In Turku besichtigten wir den Stellplatz Nr.10 (WoMo-Führer) mitten in der Stadt. Zum Übernachten war dieser "Stellplatz" für uns unbrauchbar. So fuhren wir weiter nach Paimio und wollten auf dem Stellplatz laut dem Bordatlas von RM die Nacht verbringen. Beim Parkplatz eines aufgelassenen Hotels wollte man für die Übernachtung, ohne jede Infrastruktur zuerst 19,- und nach einer Diskussion noch 15,- € kassieren.
So sind wir zu einer nahegelegene Tankstelle gefahren und haben dort zum Nulltarif auf dem großen Parkplatz übernachtet.

Tagesetappe = 47 km.


13. - Mo. 01.06.09
Km =82.429
Heutiges Ziel war Lahti. Auf der 181 zur 10 und weiter über Forssa und Hämeenlina. Bei Pohjoinen wechseln wir bis Lahti auf die 12.
Den ursprünglichen Plan, zur Schanze zu fahren, haben wir wegen des schlechten Wetters geändert und so landeten wir auf dem CP Mukkula, auf einer Halbinsel gelegen, westlich der Stadt. ( N 61° 0' 57.94" E 025° 38' 52.52").
Die heutigen 209 km waren für mich nicht einfach, da ich letzte Nacht wegen meines starken Hustens fast nichts geschlafen hatte.
Tagesetappe = 209 km.


14.- Die. 02.06.09

Km = 82.638
Das Wetter ist wieder sehr schön. Abfahrt um 9:00.
Wir besuchen doch noch die Sprungschanzenanlage.
Der Anblick der drei Schanzen ist auch für uns Innsbrucker (Berg-Isel) sehr imposant. Im Auslauf der großen Schanze befindet sich im Sommer ein Sport-Schwimmbecken, wo Schwimmer und Schwimmerinnen trainieren, während von der mittleren Schanze junge Schispringer ihre Sprünge trainieren. Es war schon ein eigenartiger Anblick als Schispringer mit ihren Sprungschiern bei badenden Gästen vorbei zum Lift gingen.

Die Fahrt nach Jyväskyla führt uns auf der 10 nach Asikkala. Dort biegen wir ab auf die 314 bis Sysmä. Hier entdecken wir eine kleine Rarität, nämlich das "Suomen Harmonikamuseo". Wer sich für Harmonikas interessiert, sollte sich die Ausstellung, wo 170 Instrumenten aus aller Welt ausgestellt sind, unbedingt ansehen.
Nun fahren wir auf der 612 bis zur 610 und gelangen über die 9 letztlich nach Jyväskyla. Diese Route führt durch eine phantastische und typische finnische Landschaft, bestehend aus Wald und Seen.
In Muurame besuchen wir noch das Saunakylä, ein Sauna-Museum. Auf dem Museumsgelände wird die technische und bauhistorische Entwicklung der finnischen Rauchsauna von der Erdsauna bis zur Sauna der Mitte des 20. Jahrhundert dargestellt. Wir wandern durch den Birkenwald von einer Sauna zur anderen. Ein Teil der ausgestellten Saunas ist noch in voll benutzbarem Zustand und kann für ein Saunabad reserviert werden.
Dann gings weiter nach Laukaa und Richtung Äänekoski.
Wir übernachten auf dem ruhigen Parkplatz (N 62° 34' 10.5" E 025° 46' 51.8") bei einer Schleuse am Keitele-Kanal.
Die erst 1994 erbaute Anlage hat einen gewaltigen Schleusenhub von 10-12 m. Es musste dafür eine gewaltige Schlucht aus den Felsen gesprengt werden.
Tagesetappe = 247 km.


15. - Mi. 03.06.09
Km = 82.885
Leider hatten Linde und ich eine schlechte und somit eine endlose Nacht wegen meines starken Hustens. Wir haben leider sehr wenig geschlafen.
Aus diesem Grund nehmen wir uns heute nur eine kurze Etappe vor und wollten zusätzlich den morgigen Tag in Kuopio zum Auskurieren nutzen.
In Kuopio angekommen haben wir uns für den CP-Rauhalahti (N 62° 51' 48.3" E 027° 38' 27.7") entschieden.
Das Wetter ist sehr unfreundlich, regnerisch und es weht ein kalter Wind.
Tagesetappe = 134 km.


16. - Do. 04.06.09
Km = 83.019
Ruhetag am Campingplatz.
Am Vormittag bin ich dennoch zu Fuß in eine 2 km entfernte Apotheke gegangen und habe entsprechende Medizin gekauft. Linde und ich vergruben uns in unsere warmen Betten und husteten uns durch den ganzen langen Tag.
Inge und Walter hingegen nutzen den Tag und fahren zum Kloster-Lintula.
Am Abend hat Inge uns zum Abendessen (ihr Hochzeitstag) eingeladen.
Wegen des kalten nassen Wetters sind wir schon bald in den WoMos verschwunden.
Tagesetappe = 0 km.

17. - Fr. 05.06.09
Km = 83.019
Abfahrt um 8:30 und die geplante Fahrt zum Puijoturm wegen des schlechten Wetters abgeblasen.
Fahrt auf der 5 nach Iiselmi wo Linde, Inge und Walter das orthodoxe Kulturzentrum besuchen. Das Museum Evakkokeskus ist der karelisch-orthodoxen Religion und Kirchenkultur gewidmet.
Weiter geht es auf der 5 bis Mainua (einmal kurzer Schneeschauer!!!!) und auf der Nebenstrasse 879 entlang des Ostufers des Oulujärvi nach Kangaskyla. Ständig Regenschauer und eiskalter Wind. Aussentemperatur max. 8°.
Übernachtet haben wir auf einem CP direkt am See bei Kangaskyla (19,- €, inkl.Strom).
Bei diesem miesen Wetter hat keiner von uns ein Interesse, sich ausserhalb des WoMos lange aufzuhalten.
Tagesetappe = 309 km.



18. - Sa. 06.06.09
Km = 83.328
Auf der 22 geht es nach Oulu. Nur kurzer Aufenthalt wegen Kälte und Regen. Über Simo nach Ranua. Auch der Arktis-Zoo fällt nicht nur dem Wetter zum Opfer, sondern auch der Erkenntnis, dass wir auch im Alpenzoo von Innsbruck die hier ausgestellten Tiere haben, sogar einen Elch haben wir in Innsbruck. Hier allerdings fehlt ein Elch und einen Eisbären findet man hier auch nicht.

So erreichen wir am frühen Abend Rovaniemi.
Am CP "Ounaskoski-Camping" (N 66°29'50" E 025°44'35") (26,90 € inkl.Strom) haben wir die Nacht verbracht.
Wir lesen auf der Info-Tafel:
"Am 06.06. geht in Rovaniemi die Sonne auf und geht bis zum 07.07. nicht mehr unter."
Leider ist der Himmel wolkenverhangen.
Tagesetappe = 367 km.

 

19. - So. 07.06.09
Km = 83.695
Abfahrt um 9:00 zum Polarkreis in Finnland und zur "Santa Claus Village". Auf Grund der Vorsaison herrscht hier sehr ruhiger Betrieb. Es sind auch noch einige Souvenirläden und Restaurants geschlossen.




Nach einer Kaffepause und ausreichender Besichtigung der Läden fahren wir weiter auf der E 75 nach Tankavaara ins Golddorf. Leider ist noch alles geschlossen (Vorsaison) und so fahren wir auf den Kaunispää hinauf.
Auf dem Plateau der baumfreien Kuppe finden wir ein Gipfelhaus, einen Sender und einen großzügigen Parkplatz mit einer phantastischen Rundsicht. In Richtung Süd-Ost blickt man in den Nationalpark "Urho-Kekkosen-kansallispuisto" bis zur russischen Grenze. Laut WoMo-Führer soll es hier noch neben den allgegenwärtigen Rentieren auch Bären, Wölfe, Vielfraße und Steinadler geben. Gesehen haben wir leider keine - Vorsaison !
Für das Restaurant im Gipfelhaus sind wir auch noch einen Tag zu früh. Es ist noch geschlossen.
Die Nacht haben wir mit zwei anderen WoMo's bei geringer Aussentemperatur hier verbracht.
Zum Glück haben wir ja alle im WoMo eine gute Heizung.
Tagesetappe = 266 km.

 

20. - Mo. 08.06.09
Km = 83.961
Weiterfahrt um 08:15 auf der E75 nach Ivalo. Im Supermarkt haben wir unsere WoMo's wieder mit Lebensmittel aufgefüllt. Auf der Fahrt wechselt das Wetter ständig, vom Sonnenschein zum Regenschauer und auch zum Schneeschauer.
15 km hinter Ivalo zweigen wir nach rechts zum Rastplatz beim Karhunpesäkivi, dem Bärenhöhlenstein ab.
Auf 284 durchnummerierten Holztreppen klettern wir zur Bährenhöhle hinauf. Ich krieche in die Steinhöhle hinein und trage uns in das aufgelegte Gästebuch ein. Vom höchsten Punkt kann man den Inarisee mit seinen zahlreichen Inseln sehen.

25 km hinter Inari wechseln wir auf die 971 in Richtung Norwegen. Die 971 ist eine tadellos ausgebaute Strasse durch eine tundra-ähnliche Landschaft, aber hier im Norden sollte man immer einen vollen Reservekanister dabei haben. Die Tankstellen sind hier rar.
In Sevettijärvi fahren wir auf einen netten Parkplatz (Stellplatz 152, WoMo-Führer), wo wir die Nacht verbringen.
Hier konnten 1994 russisch-orthothoxe Skolt-Samen eine neue Heimat finden, nachdem sie aus dem finnischen Staatsgebiet, welches nach dem letzten Krieg an Russland ging, geflohen waren.
Im Sand des Badestrandes am Inarisee finden wir unter anderem Spuren von Rentieren.
Tagesetappe = 199 km.



21. - Die. 09.06.09
Km = 84.160
Abfahrt um 9:00
Unverändert unfreundliches Wetter. Nochmal tanken und einkaufen in Näätämö, letzte Möglichkeit in Finnland, vor der Grenze zu Norwegen.

Nun haben wir in Norwegen die Finnmark erreicht. Die Finnmark ist wild und wunderschön - mit einer abwechslungsreichen und überwältigenden Natur, die von einer barschen Küstenlandschaft bis zu den ruhigen und endlosen Hochebenen reicht.
In Kirkenes angekommen, hatten wir wegen des anhaltenden Schlechtwetters keine Lust für einen Stadtbummel und so haben wir nur bei einem Bankomat (Minibank) Bargeld abgehoben.
Auf der E6 und 886 Weiterfahrt nach Grense-Jacobselve.
Bei Ankunft hatten wir schönes Wetter, aber kurz drauf wieder Regen, aber nicht mehr so kalt.
Besichtigung der König Oscar II Kapelle aus dem Jahr 1869 und des kleinen Friedhofes.

Nach einem intensiven Regenschauer fahren wir wieder zurück und zweigen in den Pasvik-Nationalpark ab.
Um Frischwasser aufzufüllen hat Inge eine einheimische Frau bei einem Privathaus nach einem Brunnen befragt. Da jedoch der einzige CP in dieser Einsamkeit aufgelassen wurde, hat sie uns von Ihrem Gartenschlauch bereitwillig Wasser zur Verfügung gestellt.
Mit 2 Dosen Bier und einem selbst gemachten Geschenk von Walter bedankten wir uns und sie war sehr überrascht und erfreut.
Wir kamen zum Stellplatz bei Höhe-96. Hier ist Nächtigen verboten und so fuhren wir zu einem netten Picknikplatz, 800m südlich (N 69°26.724 E 029° 54.234) an einem See gelegen.
Tagesetappe = 250 km.



22. - Mi. 10.06.09
Km = 84.410
Heute wollen wir Kirkenes den noch offenen Besuch abstatten.
Nach der Entsorgung von Grauwasser bei der SHELL-Tankstelle haben wir die einlaufende "Midnatsol" der Hurtigrutenflotte und deren Be- und Entladung beobachtet.
Auf der Weiterfahrt nach Berlevåg stoppte uns eine Strassensperre wegen eines Tankwagen-Unfalls mit Giftstoffen. Zwangsstopp von ca. 3 Stunden. Diesen Aufenthalt haben wir mit einer Kaffepause und fotografieren genutzt.
Dennoch sind wir auf der 890 bis Berlevag gefahren. Ankunft um ca. 19:00 am Campingplatz "Berlevåg Pensionat & Camping" ( N 70° 51.394' E 29° 06.056'). Dieser CP wird von einem ausgewanderten Schweizer mit dessen Frau geführt. Seine Frau besitzt und betreibt auch das "Arctic-Glasstudio-Berlevåg ".

Das tägliche und spätabendliche "Hurtigrutenbalett" und "-konzert" haben wir uns angeschaut und angehört. Um 22:15 und 22:30 treffen nämlich zwei Hurtigrutenschiffe (nord- und südfahrend) in Berlevåg ein und bei ihrer Begegnung, ausserhalb des Hafens, begrüßen sie sich gegenseitig mit Ihren Nebelhörnern.

Im Aufenthaltsraum der Pension konnte ich das Internet nutzen. Dabei verging die Zeit rasend schnell und ehe wir es versahen war es spät nach Mitternacht bei vollem Tageslicht.
Die "Nacht" war zwar kurz aber sehr ruhig.
Tagesetappe = 324 km.



23. - Do.11.06.09
Km = 84.734
Vormittag sind wir durch den Ort spaziert.
Berlevåg
ist ein Fischerdorf auf N 70° am Ufer des Eismeeres. Der Ort mit seinen 1.100 Einwohnern ist ein geschäftiger Fischereihafen. Für Leute auf der Suche nach Stille, Freiheit und aktiver Erholung ist Berlevåg ein Eldorado, so zu lesen im Folder des CP.
Im einzigen örtlichen Gasthaus haben wir zu Mittag gegessen. Das Tagesmenü um 150,-- NOK war ein Gemüseeintopf mit Fleisch (Lapskaus) .
Den Nachmittag haben wir mit Faulenzen und Internetstöbern verbracht.

Hier möchte ich ein paar grundsätzliche Anmerkungen zu den POI im Navi machen:
Beispiel: Laut Navi wäre die nächste Tankstelle vom aktuellen Standort 89 km entfernt, obwohl sich in Berlevåg eine Tankstelle befindet.

Die zusätzlichen POI von Mobilschaf-2009 sind hier auch nur sehr bedingt verwendbar.
Die StP-Liste von BA-Caravans ist im Norden offenbar überhaupt nicht zu gebrauchen.
Beispiel: Der nächste StP wäre 1.041 km von Berlevåg entfernt.
Tagesetappe = 0 km.


24. - Fr. 12.06.09
Km = 84.734
Frühtemperatur = 4,5° C.
V+E, Frischwasser auftanken.
Um 9:00 haben wir uns von Dieter, dem CP-Betreiber, verabschiedet, dann noch das "Arctic-Glasstudio Berlevøg" von seiner Frau besucht und kleine Mitbringsel gekauft.
Bei der Tankstelle haben wir dann noch unseren Tank aufgefüllt und sind auf der 890 wieder zurück gefahren.
In Kongsfjord liegt direkt an der Landstrasse das "Kongsfjord Landhandel og Cafe".
Das "Guldbrandsen Handelshaus" wurde 1894 gegründet und restauriert. Das Wohnhaus und der Gemischtwarenhandel erscheinen als eine der schönsten Anlagen in Nord-Norwegen. Während der nette freundliche Inhaber für uns Waffeln gebacken hat, besichtigten wir das interessante Inventar auf 2 Stockwerken. Nach dem Verzehr von Waffeln und Kaffe und dem Kauf einiger Kleinigkeiten (geräucherte Elchwurst) ging es weiter in Richtung Gamvik.
In Tana Bru wieder Tank aufgefüllt.
Auf der 98 über die endlose Hochebene, das einsame, wildromantische Ilfjordfjellet bis Ilfjord. Von hier fahren wir gegen Norden auf der 888 bis Gamvik und weiter zm "WoMo-Nordkap" (N 71° 05.442' E 028° 11.342').
Da schönes Wetter herrscht, machen wir noch einen ausgedehnten Spaziergang bis ca. 23:30.
Die Sonne geht tatsächlich nicht unter.
Tagesetappe = 350 km.


 

25. - Sa. 13.06.09
Km = 85.084
Nach dem Frühstück sind wir zum "Steinmandl" gegangen und haben es mit eigenen gekennzeichneten Schiefertafeln erweitert.
Dem nördlichsten Festlandsleuchtfeuer "Slettnes Fyr" haben wir einen Besuch abgestattet. Es befindet sich auf dem gleichen Breitengrad wie die Nordspitze von Alska.
Nach der Besichtigung von Gamvik und Mehamn fuhren wir wieder zurück nach Ifjord. Auf der 98 kamen wir nach Lakselv und rollten weiter auf der E6.
Das Wetter ist schön und zum ersten Mal haben wir Temperaturen um 12° in der Früh. Die stundenlange Fahrt über das einsame Hochplateau ist sogar erholsam. Der fehlende Gegen- und Nachfolgeverkehr erlaubt mir, die Umgebung und die Landschaft in vollen Zügen zu geniessen. Inzwischen treffen wir auf Hunderte von Rentieren, links und rechts der Strasse, die sich durch die vorbeifahrenden Autos überhaupt nicht stören lassen. Nur wenn man stehen bleibt hauen sie ab.


Weiterfahrt nach Trollholmsund. Am Wanderparkplatz Trollholmen richteten wir uns für die Nacht ein.
Als Abendspaziergang gingen wir noch zu den versteinerten Trollen. Das sind Traumgestalten der norwegischen Kinderzimmer, verwandelt in bröseliges Dolomitgestein, verwittert durch Wind, Wasser und Frost.
Am Stellplatz genossen wir eine ruhige Nacht.
Hier in der Einsamkeit und in der Nähe eines Bauernhofes hatte ich überraschend einen Internetzugang. So konnte ich wieder meinen E-Mail-Postkasten ausmisten und wichtige Mails beantworten.
Tagesetappe = 290 km.



26. - So. 14.06.09
Km = 85.374
Das heutige Ziel war vorerst Hammerfest, die nördlichste Stadt der Welt mit ca. 10.000 Einwohnern.
Es regnet leider ununterbrochen. Bei Ankunft in Hammerfest bessert sich das Wetter ein wenig.
Wir besichtigen die Meridiansäule, ein Denkmal für die erste internationale Vermessung der Erde. Leiter war der deutsch-russische Wissenschaftler Friedrich Georg Wilhelm von Struve.
Für eine bessere Aussicht erklommen wir zu Fuß über Serpentinen den Hausberg "Salen". Für jeden Besucher von Hammerfest ein Muss. Von hier hat man eine tolle Aussicht auf die Stadt und deren Umgebung.

Bei wieder einsetzendem Regen fuhren wir dann weiter auf der E6 bis Alta.
Ziel war der Campingplatz "Alta-Strand" (N 69°55'43.9" E 23°15'43.7"). (200,- NOK). Internet funktioniert leider nicht zufrieden stellend.
Tagesetappe = 273 km.


Fortsetzung im zweiten Teil.